Eine Vision und viel Herzblut

 

Am Anfang war eine Vision
Der Sarnersee als Turngerät – das war die Vision von Constantin Gyr, damals Rektor der Kantonsschule Obwalden in Sarnen. Er wollte ein Schulfach «Rudern in der Schule» einführen an der Kantonsschule, immerhin wurde bereits auf dem Sarnersee gerudert und der See liegt vor der Haustüre der Kantonsschule. Constantin Gyr ist ein Mann der Tat, er ergriff die Initiative und ging auf Christian Steiger zu, damals Lehrer an der Kantonsschule und Rudersportler. Schnell war klar, es braucht zuerst Ruderboote, um die Idee anzugehen. Wenn aber finanzielle Mittel vom Schweizerischen Olympischen Verband angefordert werden, um Boote zu kaufen, muss zuerst ein Club bestehen.

Interessierte ins Boot holen
Erster Schritt auf dem Weg zur Vision war also die Gründung eines Clubs. Es galt, rudersportinteressierte Obwaldnerinnen und Obwaldner zusammen zu bringen. Johnny Huwiler wurde als erster ins Boot geholt. Bald war auch René Egli mit dabei, dessen Sohn aktiver Ruderer war. Ein Einladungsschreiben zur Gründungsversammlung, das gezielt an ein paar Adressen versandt wurde, führte dazu, dass sich in Wilen im Hotel Waldheim 30 Personen einfanden, um einen Ruderclub zu gründen. Nachdem die Statuten bewilligt waren, sollte der Vorstand zusammengestellt werden. Kari Burch stand auf und bestimmte sieben Personen, die den ersten Vorstand stellen sollen – und so wurde es auch gemacht. Der Ruderclub Sarnen war im Schnellzugstempo gegründet worden und in diesem Tempo ging es weiter.

Ruderbetrieb und Ausbildung werden aufgebaut
Mit Holzbooten, die im Schweizerischen Ruderverband oder den Ruderclubs ausgedient hatten, konnte der Ruderbetrieb gestartet werden. Zuerst war ein Know-how-Aufbau nötig, damit überhaupt Rudern unterrichtet werden konnte. Der Kanti-Sportlehrer Rolf Jakob hat zusammen mit Christian Steiger den Rudersport an der Schule aufgegleist.

Auch im Ruderclub wurde ein Ausbildungskonzept aufgebaut. Christian Steiger, Ambrosius Widmer und Frauke Potrykus als Rudersportler haben engagierte RCS-ler trainiert und gecoacht. Die Idee war, dass die bereits fortgeschrittenen Sportler wiederum ihr Wissen weitergeben, so dass eine eigene Dynamik entsteht.

Die Boote standen in Wilen, eingelagert beim Schweizerischen Ruderverband, die Kantonsschule ist aber in Sarnen. Bald war klar, die Boote und alles Material müssen in Sarnen nahe dem See verfügbar sein. Der Ruderclub Sarnen brauchte ein Bootshaus!

Viel Herzblut und Eigenleistung erschaffen Bauten
René Egli hat sich engagiert, seine Beziehungen genutzt und ausgebaut, um an die Schlüsselpersonen zu kommen, damit ein Bauplatz für ein Bootshaus bewilligt werden konnte. Als Übergangslösung wurden die Boote von Wilen nach Sarnen gezügelt und lagerten in ausgedienten Panzerzelten der Armee auf der Wiese beim Pulverturm.

Panzerzelt in Sarnen zur Aufbewahrung der Ruderboote.

 

 

Das Land beim Pulverturm gehört dem Benediktinerkloster in Sarnen. Das Kloster wurde zum wichtigen Gesprächspartner für die weiteren Schritte Richtung Bootshausbau. René Egli präsentierte dem Kloster ein langfristig ausgerichtetes Sponsoringkonzept und konnte so dessen Unterstützung sichern. Dank des Klosters konnte auch der Kanton überzeugt werden vom Bau des Bootshauses in dieser Zone des öffentlichen Interesses. Der Denkmalschutz stellte klar, dass das Bootshaus nicht beim Pulverturm gebaut werden kann. Schliesslich konnte man sich auf den Platz gegenüber dem Pulverturm einigen.

Kari Burch hat das Bootshaus konzipiert und den Bau geleitet, Sepp Burch hat ihn tatkräftig unterstützt. Die Clubmitglieder haben sie in Teilbereichen mitbauen lassen. Die beiden Männer haben mit sehr viel Eigenleistung und in einer unglaublich schnellen Zeit das Bootshaus aufgebaut.

Der Club war inzwischen gut aufgestellt, mit gesunden Finanzen, einem Bootshaus, einem Steg und dem Ruderbetrieb, auch an der Schule.

Bereit für die nächsten Schritte
Das Schnellzugstempo zog sich weiter, jetzt ergab sich die Chance für den jungen Ruderclub Sarnen in der ersten Juniwoche eine Regatta zu organisieren, weil die Regatta Schiffenen ausfiel. In Zusammenarbeit mit dem Regatta-erfahrenen Seeclub Stansstad wurde in kürzester Zeit eine Regatta auf dem Sarnersee auf die Beine gestellt, die zum grossen Erfolg wurde.

Die Gründung und der Aufbau des Ruderclub Sarnens zeichnen sich aus durch viel Initiative, Engagement und Herzblut einzelner Personen, die es gemeinsam geschafft haben, den Grundstein für den Rudersport in Sarnen zu legen.