Gründungsgeschichte

Hit, da fyyremer midänand äs grossartigs Summerfest,

miär, dr Ruäderclub Sarnä , zämä mit vilnä Gescht.

Dr Grund isch, dass dr Verein sit 25 Jahr als RCS da staad

Ich glaibä, dass es ai nu mehreri Jahrzähnt so wiiter gaad

Sporttag a der Kantonsschuäl z’Sarnä hend z’Inträssi am Ruädersport gweckt.

D‘ Idee vom Turnlehrer Rolf Jakob Rudern in der Schule, hed mä niiw entdeckt

Schuälruädärä a dr Kantonsschuäl isch hit ä anerkannti Sportdisziplin

und Mittelschuälrennä mit begeischtertä Jungä a dr Regatta gitts witherhin.

Ruädära hedmä dannzumal wellä uf nä breiteri Öffentlichkeit abstützä,

Sport triibä dussä i dr Natuir, dr scheeny Sarnersee als Sportgrät nytzä

Gäld hedmä wellä us em Sporttotto, Grindig vomä Verein is Aug de gfassed

Liit begeischtärä, Mitglieder suächä und uberziigä, dass alles passed

Mid uisdiäntä Holzboot vom Verband isch mä gscharted zum Ruderbetrieb

ä kniffligi Sach das Ruädärä, ä gwagligi Aglägäheit, das chamä nid eifach uf Ahieb.

Know-how hed’s bruicht, alli hends Rudärä wellä lehrä, hend ständig probiert

Christian Steiger, Ambrosius Widmer und Frauke Potrykus hend RCS-ler trainiert

Yyigschränkt ischmä gsi zWilä wäg dä Training vom Verband

Eigäständig hedmä wellä wärde, das möglichscht bald!

D Schuäl zSarnä, d’Boot z’Wilä, so chad das nid wiitergaa

Äs eiges Bootshuis neech bi der Kantonsschuäl willmä ha!

Land vom Chloster, Panzerzält vo dr Armee bim Pulverturm

Niämmer isch begeischtered, häbid Blachä bim nechschtä Sturm?

Immer nu kein Bliibi, So gaad das nid wiiter! Gottfriedstutz!

Kei Chance, dr Pulverturm stad nämli under Dänkmalschutz

Aber i der Neechi, am hitigä Platz, hedmes erichtet äs prächtigs Huis

Nach Plän vom Kari und Unterstützig vom Sepp, jaja s‘Burchä diä chemid druis

Z’Interässi am Ruädärä isch gwachsä und d’Mitgliederzahlä sind gschtigä

D’Folg: Mee Boot, mee Uisfahrtä mee Platz am Stäg zum I- und Uisstiigä

Dank dä Grinder hemmer äs Bootshuis, tolli Boot, sind ä Verein

mit Mitglieder us allnä Schichtä, ganz eifach, ä Club für gross und klein.

Was wend miär anders, was wend mir meh?

mir hend doch iisä wunderscheeni Sarnersee !

von Fredy Blättler, Vereinspräsident RCS 2014 – 2023

Am Anfang war eine Vision

Der Sarnersee als Turngerät – das war die Vision von Constantin Gyr, damals Rektor der Kantonsschule Obwalden in Sarnen. Er wollte ein Schulfach «Rudern in der Schule» einführen an der Kantonsschule, immerhin wurde bereits auf dem Sarnersee gerudert und der See liegt vor der Haustüre der Kantonsschule. Constantin Gyr ist ein Mann der Tat, er ergriff die Initiative und ging auf Christian Steiger zu, damals Lehrer an der Kantonsschule und Rudersportler. Schnell war klar, es braucht zuerst Ruderboote, um die Idee anzugehen. Wenn aber finanzielle Mittel vom Schweizerischen Olympischen Verband angefordert werden, um Boote zu kaufen, muss zuerst ein Club bestehen.

Interessierte ins Boot holen

Erster Schritt auf dem Weg zur Vision war also die Gründung eines Clubs. Es galt, rudersportinteressierte Obwaldnerinnen und Obwaldner zusammen zu bringen. Johnny Huwiler wurde als erster ins Boot geholt. Bald war auch René Egli mit dabei, dessen Sohn aktiver Ruderer war. Ein Einladungsschreiben zur Gründungsversammlung, das gezielt an ein paar Adressen versandt wurde, führte dazu, dass sich in Wilen im Hotel Waldheim 30 Personen einfanden, um einen Ruderclub zu gründen. Nachdem die Statuten bewilligt waren, sollte der Vorstand zusammengestellt werden. Kari Burch stand auf und bestimmte sieben Personen, die den ersten Vorstand stellen sollen – und so wurde es auch gemacht. Der Ruderclub Sarnen war im Schnellzugstempo gegründet worden und in diesem Tempo ging es weiter.

Ruderbetrieb und Ausbildung werden aufgebaut

Mit Holzbooten, die im Schweizerischen Ruderverband oder den Ruderclubs ausgedient hatten, konnte der Ruderbetrieb gestartet werden. Zuerst war ein Know-how-Aufbau nötig, damit überhaupt Rudern unterrichtet werden konnte. Der Kanti-Sportlehrer Rolf Jakob hat zusammen mit Christian Steiger den Rudersport an der Schule aufgegleist.

Auch im Ruderclub wurde ein Ausbildungskonzept aufgebaut. Christian Steiger, Ambrosius Widmer und Frauke Potrykus als Rudersportler haben engagierte RCS-ler trainiert und gecoacht. Die Idee war, dass die bereits fortgeschrittenen Sportler wiederum ihr Wissen weitergeben, so dass eine eigene Dynamik entsteht.

Die Boote standen in Wilen, eingelagert beim Schweizerischen Ruderverband, die Kantonsschule ist aber in Sarnen. Bald war klar, die Boote und alles Material müssen in Sarnen nahe dem See verfügbar sein. Der Ruderclub Sarnen brauchte ein Bootshaus!

Viel Herzblut und Eigenleistung erschaffen Bauten

René Egli hat sich engagiert, seine Beziehungen genutzt und ausgebaut, um an die Schlüsselpersonen zu kommen, damit ein Bauplatz für ein Bootshaus bewilligt werden konnte. Als Übergangslösung wurden die Boote von Wilen nach Sarnen gezügelt und lagerten in ausgedienten Panzerzelten der Armee auf der Wiese beim Pulverturm.

Anfangsphase

Ein Ruderclub braucht einiges an Infrastruktur und Material für einen geordneten Ruderbetrieb. Man denke an den Bootssteg, das Bootshaus und die Ruderboote mit Ruder. Dies zu finanzieren in der Anfangsphase desneu gegründeten Clubs war eine Herausforderung.

 

Von Anfang an wollte der Ruderclub Sarnen bescheidene Mitgliederbeiträge verlangen, um das Rudern vielen Interessierten zu ermöglichen. Es war somit klar, dass jedes Clubmitglied Bereitschaft zeigen musste für das Erbringen von Fronarbeit. Um aber eine Grundinfrastruktur bereit zu stellen, waren grössere finanzielle Mittel notwendig.

 

Gönner und Sponsoren gewinnen

Der erste Clubpräsident, René Egli, hat sich der Mittelbeschaffung angenommen. Eine wichtige Einnahmequelle wurde mit einem Gönner- und Sponsorenkonzept erschlossen. Mit viel Engagement und Herzblut ist es ihm gelungen, Firmen aus der Region und seinem beruflichen Netzwerk als Sponsoren zu gewinnen. Teil des Konzepts war die Gründung einer Gönnervereinigung. Die Gönner verpflichteten sich zu einem Jahresbeitrag und fanden dafür auf der Haben-Seite diverse Anlässe, die sie besuchen und für ihre Zwecke nutzen konnten. Dies galt übrigens auch für die Sponsoren. Wichtig waren zum Beispiel Bootstaufen und das Manager-Rudern.

 

Ebenfalls ein Eckpfeiler bei der Geld-Mittelbeschaffung war und ist das Regattawesen. Zusammen mit dem Seeclub Stansstad engagierte sich der Ruderclub Sarnen für die Durchführung der Ruderregatten auf dem Sarnersee mit nationaler und internationaler Beteiligung. Durch die Vermarktung des Regattawesens erwirtschaftete der Ruderclub Sarnen jedes Jahr einen erheblichen Betrag.

 

Bootshaus-Finanzierung

Wichtig war zu jenem Zeitpunkt, dass die damalige Vorstandscrew des Ruderclubs Sarnen sich moralisch verpflichtete, bis zur vollständigen Erstellung des Bootshauses und dessen Finanzierung mit im Vorstand aktiv zu bleiben. Auch gelang es René Egli den Vorstand des Schweizerischen Ruderverbandes zu überzeugen, ebenfalls einen Teil des neu zu erstellenden Bootshauses zu übernehmen.

 

Es wurde eine Bootshauskommission gegründet und ein Erstellungsplan ausgearbeitet für das Bootshaus. Die Hauptvorgaben für den Bau waren – in den Worten des Architekten: «Ideen rein und Material raus!» Also mit möglichst geringen Kosten ein Maximum erreichen.

 

Der Ruderclub Sarnen war der Erbauer des Bootshauses und der Schweizerische Ruderverband übernahm einen Drittel des Hauses. Karl Burch hatte neben sehr guten Ideen am Bau den Vorschlag ausgearbeitet, in welcher Art und Weise sich die Clubmitglieder in Fronarbeit am Bootshausbau beteiligen können. Eine wichtige Kosten-Komponente war es auch, dass der ehemalige Arbeitgeber von René Egli, die damalige Sarna AG für das Erstellen eines Musterdaches auf dem Bootshaus gewonnen werden konnte. Dies ohne Kostenfolge für den Ruderclub Sarnen!

 

Gesunde Finanzen im Ruderclub Sarnen

Bereits nach wenigen Jahren war der Ruderclub Sarnen nicht nur schuldenfrei, sondern hatte auch ein finanzielles Polster für das Anschaffen von weiterem Bootsmaterial. Der Gönnerclub wurde wieder aufgehoben.

(Text: Fabienne Peinsold-Egli)